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Der Lebensbaum

Der Lebensbaum

Mann liest Buch auf Baum
Photo by Rob Mulally on Unsplash

Der Lebensbaum ist ein bekanntes und beliebtes Motiv in diversen Gesellschaften der Welt. Die Heiligsprechung von Bäumen durchzieht die Kulturen und Geschichten von Mesopotamien, Indien, Europa, Ostasien, Nordamerika und viele weitere Regionen der Welt. Du findest ihn z.B. in religiösen Schriften, spirituellen Wandmalereien – oder als modernes Tattoo auf dem Arm vom Dude neben dir in der Bahn. Auch gibt es die Zypressenart “Lebensbaum” (Thuja), dem wir das typische Bild des Hecken schneidenden Gärtners verdanken. Aber wofür steht der Baum des Lebens eigentlich?

Wir geben dir hier einen kleinen Einblick in die kulturelle und alltägliche Bedeutung des Lebensbaums, sowie über seinen symbolischen Charakter als Accessoire und Schmuckelement.

Der Yggdrasil der nordischen Mythologie

Die hohe Stellung des Lebensbaums in den nordischen Kulturen ist besonders ausufernd. Vielleicht ist dir der kosmische Baum Yggdrasil bereits ein Begriff. In alt-nordischen und -germanischen Weltanschauungen verteilen sich die neun Welten auf die drei Ebenen der Weltenesche. In ihrer Baumkrone befinden sich Asgard, das Land des Göttergeschlechts der Asen (Odin, Thor, usw.); Wanenheim, die Heimat des Göttergeschlechts der Wanen (z.B. Freyja) und Albenheim, die Welt der Lichtelfen. Zwischen ihren Wurzeln liegt Schwarzalbenheim (die Welt der Schwarzelfen bzw. Zwerge), Niflheim (das Reich von Nebel, Eis und Finsternis), sowie Helheim (die Unterwelt). Im seinem Zentrum befinden sich die Welten der Menschen (Midgard), Riesen (Jötunheim) und des Feuers (Muspelheim). Die Verbindung zwischen Himmel, Leben, und Jenseits ist hier besonders offensichtlich.

Die Weltenesche Yggdrasil, romantische Darstellung aus dem 19. Jahrhunderts von Friedrich Wilhelm Heine
Eine romantisierte Darstellung der Weltenesche Yggdrasil (Friedrich Wilhelm Heine, via Wikimedia Commons, Public Domain)

Symbolische Bedeutungen des Lebenssbaums weltweit

Vermutlich kennst du noch den Baum des Lebens aus Genesis bzw. dem Garten Eden. In der Orthodoxen Kirche steht der Baum des Lebens für die Liebe Gottes und als eine frühe, unberührbare Form des Kreuzes. In der westlichen Kirche kennt man ihn vor allem als den “Baum der Erkenntnis von Gut und Böse” in Zusammenhang mit der Verbannung von Adam und Eva aus dem heiligen Eden.

Der Lebensbaum der alten Skandinavier und Germanen stellte wie schon erwähnt die Einigkeit der drei Eben Himmel, Unterwelt und Leben dar. Auch die Kelten verehrten den Baum des Lebens als Linie zwischen den drei Ebenen. Der Lebensbaum war die Weltenachse, so wie der Hügel Golgata für die Christen oder der Berg Kailash für Hindus und Tibeter. Der Yggdrasil steht mit seiner immergrünen Erneuerung für Unsterblichkeit und, im Falle von Odin’s neuntägigem Selbstopfer an dessen Rinde, als Baum der Erkenntnis. 

Im Judentum ist der Baum des Lebens in den mythischen Schriften der Kabbala vertreten. In ihren esoterischen, okkulten und mystischen Leeren stellt der Lebensbaum die Schöpfung Gottes, den spirituellen Aufstieg des Menschen und seiner Seele dar.

Der Baum wird auch in der 13. Sure des Korans erwähnt. Im Gegensatz zur Bibel und Kabbala versteht ihn der Koran als Baum des Wissens, ähnlich den Skandinaviern und Germanen. Auch gibt es hier den heiligen Tuba, den Baum des Guten und des Lebens, der das Gegenpol zu Zaqqūm, den Baum der Hölle und des Bösen ist.

Moschee mit Bäumen
Photo by MohammadHosein Mohebbi on Unsplash

In Nord- und Mesoamerika existiert der Lebensbaum ebenfalls als Verbindung zwischen den Welten (z.B. Himmel und Hölle, physische und spirituelle Welt, usw.). Er durchzog die Kulturen der Azteken, Maya, Mixteken, Olmec, und Izapa. In manchen Darstellungen war der Baumstamm ein aufrechtstehender Kaiman. Vielerorts wurden Lebensbäume mit Bezug zu dem komplexen mesoamerikanischen Kalender gepflanzt. Die antike Stele “Izapa Stela 5” ist ein Beispiel dafür.

Sanxingdui-Büste
Sanxingdui-Kopf. Photo by Preillumination SeTh on Unsplash

Schon in der bronzezeitlichen Sanxingdui-Kultur (ca. 1700 – c. 1150 v.d.Z.) bauten die Menschen einen dreieinhalb Meter hohen Bronzebaum mit Vögeln und einem Taotie (ein menschenfressendes Monstrum), die an den namenlosen Adler und den Drachen Nidhöggr am Yggdrasil erinnern. Im Daoismus (auch Taoismus) existiert die Geschichte des dreitausend Jahre alten Baums der Unsterblichkeit, bewacht von einem Drachen und einem Phönix, dessen Früchte ewiges Leben verleihen. Zahlreiche chinesische Kaiser glaubten an seine Existenz und ließen nach der geheimnisvollen Pflanze suchen. Auf der anderen Seite Asiens existieren ähnliche Mythen: Die beispielsweise mystische Gōkarn im iranischen Zoroastrismus ist eine riesige Haomapflanze. In ihr wohnt auch die Kraft der Unsterblichkeit und Heilung inne.

Die Assoziation mit Heilung kommt nicht von ungefähr. Dass Bäume eine heilende Wirkung auf Körper und Geist haben ist dir sicherlich schon während einem Waldspaziergang aufgefallen. Im Japanischen gibt es ein eigenes Wort dafür: Shirin Yoku, das “Waldbad” – so wie ein heißes Bad in aromatisierten Wasser entspannt, entspannt und regeneriert auch ein Spaziergang in einem wohlduftenden Wald deinen Geist und Körper. Dieser Blog gibt dir eine Anleitung zum waldbaden in der Schweiz!

Lebensbäume in unserem Alltag

Wenn du in Europa in einem Vorort an einer Hecke entlang läufst, wirst du fast immer auf einen Lebensbaum (Thuja) blicken. Diese robuste Zypresse gilt zwar nicht als die spannenste aller Baumarten, ist jedoch eine kräftige Pflanze mit vielen Vorteilen: Sie ist immergrün, blickdicht, wind- und frostfest, preiswert und wächst schnell. Als Heckenpflanze kannst du sie auch leichter schneiden als ihre meisten Verwandten.

Von den vielen Arten ist der “Abendländische Lebensbaum” (Thuja occidentalis) wegen seiner Widerstandskraft gegen unfreundliches Wetter am beliebtesten. Er stammt aus den borealen Weiten Nordamerikas, sprich nördliche USA und Kanada. Der “Morgenländische Lebensbaum” (Thuja orientalis) ist in Nordchina, Japan und der Mongolei beiheimatet. Er ist allerdings nicht so wetterresistent wie sein Vetter und daher weniger verbreitet. Solltest du aber einen Grünen Daumen haben kannst du ihn dir als Freude- und Pflegepflanze in die Wohnung stellen. Im übrigen kannst du die Triebe und Blätter des Thujas zerreiben, um einen aromatischen Duft zu gewinnen.

Tattoomotiv Lebensbaum

Der Lebensbaum ist ein großartiges Tattoo-Motiv. Da er sowas wie ein Metasymbol der Menschheit ist und Bäume in jeder Kultur vorkommen bzw. auch eine große Rolle spielen, assoziieren Menschen weltweit immer ähnliche Elemente mit diesem Tattoo. Dabei lässt das Motiv sehr viel Spielraum für  eigene, innere Persönlichkeit und Interessen zu. Wenn du ein Herr der Ringe-Fan bist, hast du den Weißen Baum Gondors oder die zwei Bäume Valinors als tolkiensche Version des Lebensbaums. Mit dem Yggdrasil hast du einen heidnischen Touch. Besonders beliebt ist der abgerundete, keltische Baum des Lebens. Oder du bist richtig Punk und lässt dir eine Thujahecke stechen, wer hat das schon!

Eine Hand mit vielen Tattoos hält einen Schraubschlüssel. In der Mitte des Handrückens its ein rundes, keltisches Baumtattoo
Es gibt keine falschen Stellen für ein Baumtattoo (Tigran Hambardzumyan, Unsplash)
Ein Arm mit einem kleinen Blättertattoo
Darf auch dezent sein (Sincerely Media, Unsplash)

Bedeutung als Schmucksymbol und Talisman

Wie du siehst besitzt der Baum des Lebens eine Myriade an möglichen Bedeutungen. Aber was heißt das jetzt für uns als Träger:innen?
Einerseits symbolisiert er die kosmische Kraft die durch uns fliesst und die universelle Verbindung und Verzweigung zwischen allem das existiert. Folglich ist er auch eine Erinnerung daran, dass wir niemals wirklich allein, sondern immer ein Teil des verzweigten Geästs des Lebens sind. Für viele stellt der Baum des Lebens auch den ewigen Wachstum des Geistes und den Zyklus des Lebens dar.

Da der Baum ein Symbol der gesamten Menschheit ist, sind der Bedeutung keine Grenzen gesetzt – Weisheit, Langlebigkeit, Stärke, Familie, Herkunft, Fruchtbarkeit, Natur, heilende Energie, oder Unsterblichkeit und Endlichkeit. Er stellt auch den Zyklus von Anfang, Mitte, Ende und Neubeginn dar (denk z.B. an den Baum vor deinem Haus im Kreislauf der Jahreszeiten). Oder die Verbindung von Himmel, Erde und Jenseits. Auch ist er romantisch: Denk an die zahlreichen Gemälde von Liebenden, die es sich unter einem Baum gemütlich gemacht haben. Es kommt drauf an was du persönlich am meisten mit ihm verbindest.

In unserem Onlineshop erhältst du den Lebensbaum in gold und silber. Wir haben für dich Ohrringe, Halsketten und einzelne Anhängern Angebot. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Zu den Lebensbäumen vom Silberwürfel.